Aktien sind künftig der bessere Rendite-Bringer

Autor: Fritz Pfiffner – Artikel in NZZ am Sonntag, Seite 40, 21. Februar 2010.

Das schleckt keine Geiss weg: Für Schweizer Anleger brachten in einem gemischten Portfolio zwischen 1999 und 2009 Obligationen Schweiz eine satte Gesamtrendite von 47,1%. Aktien Schweiz aber nur 15,8%, während Aktien global gar ein Minus von 8,1% lieferten.

Wenig zu holen war auch am Geldmarkt Schweiz mit einem Gesamtertrag von 18,9%. Renner waren indes Rohstoffe mit einer Performance von 73,8%. Allerdings waren Commodities laut Hinder Asset Management in Zürich «die volatilste Anlageklasse» in dieser Periode, 5-mal im ersten und 3-mal im letzten Rang – also entweder Top oder Flop.

Immerhin brachte in diesem aussergewöhnlichen Anlage-Jahrzehnt mit zwei Börsen-Crashes und einem noch nie gesehenen Zinsrückgang das hypothetische Portfolio mit der Mischung aus Aktien Schweiz 20%, Aktien global 20%, Obligationen Schweiz 20%, Obligationen global 20%, Geldmarkt Schweiz 20% und Rohstoffe 10% insgesamt noch einen Gesamtertrag von 34,2% oder 2,7% per annum.

Was zeigt das? Eigentlich nur den Wert einer Diversifikation, aber nicht etwa, dass man künftig vorwiegend auf Rohstoffe und Obligationen Schweiz setzen soll. Denn der Abwärtstrend bei den Zinsen hat die Talsohle erreicht. Kommt hinzu, dass ein Jahrzehnt ein willkürlich gewählter Anlagehorizont ist, einer, der für Aktien zu kurz und gerade für Pensionskassen irrelevant ist, werden doch die Gelder der Versicherten im Schnitt viel länger angelegt. Nimmt man beispielsweise 1985 (BVG-Gesetz) als Ausgangspunkt, so ist, wie die Grafik schön zeigt, in der Schweiz ein «Vorsorgekuchen» mit 50% Aktien und 50% Obligationen doppelt so stark gewachsen wie einer, der nur mit Obligationen gebacken wurde.

Vergangene Renditen sind kein Massstab für die Zukunft. Wichtig wäre, zu wissen, wie die künftig erwarteten Erträge ausfallen. Eine neue Studie der London Business School kommt zum Schluss, dass die Prämie, die man für Aktien gegenüber Staatsanleihen erhält, zwar deutlich sinken, aber immer noch 3,25% betragen wird. Hingegen dürften in der nächsten Dekade die nominellen Renditen von Staatsanleihen kräftig steigen, aber real (inflationsbereinigt) negative Renditen liefern. Pensionskassen sind gut beraten, auf mehr statt weniger Aktien zu setzen.

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